Wieviel Erdbeere ist im „natürlichen Aroma“?
Das fragt Foodwatch einen Johurthersteller und wir unsere Leser:
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Afaik ist die Erdbeere ein ungeeigneter „Geschmacksgeber“ und selbst die weltweite Erdbeerproduktion würde nicht ausreichen, um nur den Bedarf an Erdbeeraroma in Joghurts zu decken. Daher findet man Erdbeerjoghurt auch auf Biomärkten nur höchst selten.
So natürlich, wie man vermuten könnte, müssen die natürlichen Aromen nicht sein. Natürliche Aromen sind aus natürlichen Stoffen hergestellt bzw. gewonnen. Das kann auch mit Hilfe von Sägespänen, Bakterien und anderen Mikroorganismen geschehen. Dazu gehört dann z. B. Vanille aus den Abfällen der Zellstoffherstellung, Erdbeeraroma und andere Fruchtaromen aus Schimmelpilzkulturen etc.
Wird Erdbeeraroma nicht aus einer Holzspähne hergestellt? Das sagt zumindest eines meiner aromakritischen Bücher.
However – ich merkt ob es künstlich ist oder nicht und natürlich schmeckt mir immer besser 🙂
..dazu gibt es von ÖKO-TEST für 1€ Schutzgebühr (www.oekotest.de) eine hammerinteressante 76seitige Broschüre, in der alle E-Nummern verständlich erklärt werden. E-Nummern – das sind Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Verdickungsmittel, Füllstoffe, Emulgatoren, Säuerungsmittel und Säureregulatoren, Aromastoffe und Geschmacksverstärker, Treib- und Packgase, Süßstoffe, Enzyme, Trennmittel und auch Vitamine.
Nach dem Lesen dieser Broschüre wird wohl jeder seine Eß- und Einkaufsgewohnheiten in irgend einer Weise verändern, das behaupte ich jetzt mal.
…und wenn ich beim Essen die Zusatzstoffe aus meinem Fleischsalat in der Broschüre raussuche und mit Erschrecken beschließe, in Zukunft besser darauf zu verzichten, finde ich es schon merkwürdig was alles lebensmittelrechtlich in Deutschland erlaubt ist.
Aber wir arbeiten daran 😉
Ich weiß schon, warum ich versuche, möglichst wenig hochverarbeitete mit „natürlichen“ Aromen verseuchte Nahrung zu kaufen. Klar, es gelingt nicht immer (gibt ja nicht alles von Frosta [schamlose Schleimerei 🙂 ]), aber in der Tendenz kann man das schon ohne große Opfer beeinflussen.
Man kann die E-Nummern bzw. deren Bedeutungen und Informationen dazu auch leicht auf vielen Seiten im Internet finden.
Ein Beispiel:
http://www.gifte.de/Lebensmittel/e-nummern.htm
Gruß,
Martin
Hallo Herr Hanoldt,
leider kann ich diese Broschüre bei ökotest nicht finden. Das einzigste ist die Ausgabe „ÖKO-TEST Kompakt E-Nummern“, kommt aber nicht ganz mit den 1 € hin 😉
Werd mirs trotzdem mal bestellen.
*argh* wenn ich das mit den Sägespänen etc. durchlese, wird mir ganz anders. Nein, für mich wäre ein „natürliches Aroma“ nur das, was wirklich aus dem angegebenen Gewächs stammt. Was in einem Labor entsteht, kann ich einfach nicht als natürlich bezeichnen, auch wenn die Ausgangsstoffe in irgendeiner Form aus der Natur stammen (woher denn sonst? Selbst Atome sind insofern natürlich). Irgendwann gibt es dann „natürliche Kinder“ aus Reagenzgläsern, super…
Nunja Gift hin oder her – Greenpeace hat vor ein paar Tagen verlauten lassen, dass nur 600 von ca 1300 zugelassenen Pflanzenschutz/Dünger/etc Mitteln wirklich labortechnisch nachgewiesen werden kann. D.h. mehr als die Hälfte der zugelassenen Pflanzenschutzmittel/Dünger/etc kann nicht auf Überschreitung von geprüft werden.
Das beruhigt.
Wirklich sehr beruhigend, wenn man bedenkt, wieviele unterschiedliche Düngemittel etc. es auf dem Markt gibt, die unter anderem vielleicht Nebenwirkungen entfallten, von denen man noch nicht einmal weiß, dass diese wirklich in einem kausalen Zusammenhang bestehen.
Ich würde nun sagen, dass wir alle wieder zum Bauern werden, aber in Zeiten der Gentechnik muss man auch hie rmit Belastungen der Ernte und Früchten rechnen.